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Narrenverein Gablemale Grasbeuren e.V.

 

Geschichte

Der Narrenverein Gablemale Grasbeuren wurde 1976 ins Leben gerufen, mit dem Gedanken die alte Dorffasnet zu erhalten.

Unser Mitglied Bernd Tölzel hat das Häs abgeleitet von Formen der bäuerlichen Trachten des 18. und 19. Jahrhunderts im Linzgau. Jeder Kittel ist ein kleines Kunststück, denn er ist in mühsamer Handarbeit hergestellt worden. Das Häs besteht aus einer schwarzen Kniebundhose, weißen Kniestrümpfen, schwarzen Halbschuhen, einem schwarzen zum Dreispitz geformten Schlapphut und einem Kittel aus hellem Naturleinen mit roten Ärmeln und großen Messingknöpfen.

Der Kittel ist wie folgt bemalt:

Auf dem Rücken läuft über die ganze Breite und Höhe ein Apfelbaum mit gelbroten Äpfeln und einer den Stamm hinaufkriechenden Schnecke. Auf der Vorderseite links ein prächtiger Hahn, der unscheinbare kleine Körner pickt, darüber ein rotes Herz mit drei Sicheln.

Die rechte Vorderseite ziert ein Fuchs, der nach einer Traube springt, die ihm offenbar nicht zu sauer ist. Alle Figuren spielen auf das bäuerliche Leben an, so gab es zum Beispiel bis zum 2. Weltkrieg noch Wein auf dem Rebberg in Grasbeuren.

Waren es 1976 nur zwei Hästräger so wuchs die Zahl in wenigen Jahren über 50 an. Sie tragen jeweils eine Holzgabel in ihren weiß behandschuhten Händen und verteilen damit Stroh über die Zuschauer am Rande der Fasnetumzüge.

Die Grasbeurer sind stolz auf ihre Gablemale, haben sich allerdings bis heute nicht als e.V. eintragen lassen.

 


Gable-Maale Lied

 

Grasbeurer Gable-Maale-kennt me am Fasnethäs,

Grasbeurer Gable-Maale-machet alle gern Fasnetspäß,

Grasbeurer Gable-Maale-gablet so gern uff:

Narrenvolk und Narrensome uf de Narrewage druff,

Narrenvolk und Narrensome uf de Narrewage druff!

 

Mit unsere scheene Gable, Gable aus edlem Holz,

des kenne mit ei sage, die sind unser ganzer Stolz,

mir gablet hin und gablet her und kummt uns oiner in d´ Ouer,

den stellet mir die Gable uf und setzet ihn ganz eifach druff!

 

Grasbeurer Gable-Maale-kennt me am Fasnethäs,

Grasbeurer Gable-Maale-machet alle gern Fasnetspäß,

Grasbeurer Gable-Maale-gablet so gern uff:

Narrenvolk und Narrensome uf de Narrewage druff,

Narrenvolk und Narrensome uf de Narrewage druff!

 


Vortrag beim „Närrischen Nachmittag“ im Betreuten Wohnen

 in Mimmenhausen Fastnacht 2007

 

Von Salems südlichsten Zipfel, von Grasbeure,

kommet mir do her um mit euch heut zu feire,

ein närrische Mittag mit Tanz und Gesang,

es wird Zeit das i da au mal her gang.

Vielleicht denkt jemand, was ka etz der von uns welle?

Ich will hier einfach unseren Verein vorstelle.

Narrenverein Gablemale aus Grasbeure,

seit über 30 Jahr dont mir die Fasnet feire,

1976 ist als Gründungsjahr bekannt.

Und au bald der Gablema entstand.

Mancher denkt, die hots scho viel viel früher gebe,

als im Dorf noch verbreitet war des bäuerliche Lebe.

Vor allem in der Sommer- und in der Erntezeit,

do war des Male gar it weit.

Mit Muskelkraft und mit viel Schweiß,

und war der Sommer noch so heiß,

schaffte er die Ähre und des Heu,

mit der Gabel in die Scheuer nei.

Da sieht man mal, wie man so ein Gablema,

Auf Feld und Wiesen gebrauchen ka.

De Mähdrescher, der hot en denn vertriebe,

doch bei uns in Grasbeure, do ischer bliebe

Er ziert bei uns die fünfte Jahreszeit,

es freut beim Umzug immer alle Leit,

wenn mir mit unsre schäne Gable

Stroh verteilet über alle Narre.

Der Tölzel Bernd hat unsre Kluft gemacht,

nach dem Vorbild einer alten Linzgautracht.

Er selbst hat noch früher die Gabel geschwungen,

und als junger Mann mit dem Heu gerungen.

Mit Kniebundhose, Kniestrümpfe und Halbschuhen in Aktion,

so schildert es die alte Tradition.

Auf dem Kopf fehlt noch ein Huet,

ein schwarzer Dreispitz stoht uns do ganz guet.

Blos der Kittel hot a andre Norm,

ist der Schnitt auch noch konform,

der Stoff, der ist aus weisem Leinen,

sagt der Bernd, der ist zum einen,

typisch in der alemannischen Fastnacht gelegen,

und als „a gmoletes Weißhäß“ oft zu sehen.

Auf der Rückseite vom Kittel, also hintenaus,

breitet ein Apfelbaum weit seine Äste aus.

Und wenn man ganz genau na guckt,

do siesch a Schneck ganz einsam,

wie se de Stamm nauf krieset ganz langsam.

Des isch ein Symbol für die Zeit ganz klar,

die damals noch ohne Hektik war.

Auf dem Kittel drauf, auf de Vorderseite,

ist Fuchs und Hahn, ganz ohne streite,

ganz friedlich pickt der Hahn im Bode,

Der Fuchs greift nach dem Wein ganz obe.

Des erinnert uns an früher, ich sags ganz laut,

Bei uns wurde bis vor 70 Jahr noch Wein angebaut!

Den Hügel gibt’s noch, auch ohne Rebe,

blos der Name, der Rebberg isch ihm bliebe.

Zu guter letzt, das man aus Grasbeuren ist,

und das es keiner von euch so schnell vergisst,

rechts oben unser Wappen: Drei goldenen Sicheln auf rotem Grund,

des Ihr ab heut immer wisse mond.

Auch die andere Gruppe im Verein, ich tu Sie gleich nenne,

kann man an diesem Wappen genau erkenne.

Der Elferrat und die Zimmerleit,

mir hond se einfach mitbrocht heit.

Noch ein Gedanke will ich wage,

Do gibt’s ein Tipp, den will ich sage:

Bei unsre Gablemale,

wer do die Lage checkt,

Meistens doch in unsrem Häß,

a Gablewieble steckt.

Verfasser: Jürgen Öttel, 2. Präse